Essays
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Unser neues Mitglied Elisabeth Gradl, aufgenommen im Juli 2025, ist Bildhauerin und Druckgraphikerin. Ihr künstlerischer Schwerpunkt ist die Bildhauerei. Sie erlernte ihr Handwerk an der Schnitzschule Geisler-Moroder in Tirol und beendete 2024 ihre Ausbildung mit einem Gesellenbrief. An der Sommerakademie Gardena ließ sie sich künstlerisch weiter bilden bei Sevda Chkoutova, Walter Moroder und Aron Demetz. Seitdem nimmt sie jährlich an Ausstellungen teil.
Ihren geschnitzten Frauenfiguren ist das handwerkliche Können anzusehen, ausdrucksstark ihre künstlerische Aussage. Über sich selbst schreibt sie: „Der Fokus meiner künstlerischen Arbeit liegt auf der menschlichen Darstellung und ist stark introspektiv geprägt – was sehen wir, wenn wir in uns selbst blicken? Was macht uns als Menschen aus? Aber auch der Blick nach außen in die Gesellschaft beschäftigt mich, insbesondere auf Geschlechterrollen und Frauenbilder. Wo traditionell der Mann in der Geschichte als Sinnbild für den Menschen stand, stelle ich die Frau als zentralen Bezugspunkt, in dem sich jede*r wiederfinden kann.“
So sind tatsächlich ihre schlanken Frauenskulpturen vollkommen in sich gekehrt, scheinen ihre Außenwelt kaum wahrzunehmen und fordern uns Betrachtende gerade durch ihre scheinbare Abwesenheit zwingend auf, sich mit ihnen zu beschäftigen.
Irmgard Kramer


