Künstlerisches Statement

Der Fokus meiner künstlerischen Arbeit liegt auf der menschlichen Darstellung. Meine Arbeit ist stark introspektiv geprägt – was sehen wir, wenn wir in uns selbst blicken? Was macht den Menschen aus? Bestehen wir aus rein natürlichen Komponenten oder ist es eigentlich das Übernatürliche, das Unsichtbare, das die Essenz des Menschseins ist? In diesem Zusammenhang beschäftige ich mich viel mit den Gefühlen und Erfahrungen, die uns besonders prägen: Einsamkeit, Trauer, Schuld, … welche Rolle spielen solche Empfindungen für unser Menschsein? Zum anderen führt mich der Gegensatz zwischen Natürlichem und Übernatürlichem auch zu Überlegungen zu der Beziehung des Menschen zur Natur: Entstammen wir komplett der Natur und wie haben wir uns von ihr entfernt? Welche Konsequenzen hat diese Entfremdung von der „Mutter Erde“ für unser Menschsein?

In dem Begriff „Mutter Erde“ wird auch der wahrscheinlich wichtigste rote Faden sichtbar, der sich durch mein ganzes künstlerisches Schaffen zieht: ich möchte die Eigenschaften und Rollen hinterfragen, die wir traditionellerweise und häufig unbewusst Weiblichkeit und Männlichkeit zuschreiben. Meine Werke drehen sich dabei häufig um Themen wie Fruchtbarkeit und Mutterschaft, die Beziehung von Frauen zu ihrem Körper, sowie Geschlechterrollen und -normen. Mein Ziel ist es, Frauen nicht als bloßes Objekt in der Kunst darzustellen, sondern als selbstbestimmtes Subjekt. Wo in der Geschichte traditionell der Mann als Sinnbild für den Menschen stand, stelle ich die Frau als zentralen Bezugspunkt, in dem sich jede*r wiederfinden kann.